Trainingswochen KW 25,26,27/2026 – Basis, Hitze und ein Hochlastreiz

Die letzten drei Trainingswochen waren keine klassische „viel hilft viel“-Phase.

Insgesamt kamen 10 Einheiten auf der Ruderbank zusammen. Auf den ersten Blick klingt das nach weniger als möglich gewesen wäre. Tatsächlich war es aber eine sehr sinnvolle Trainingssteuerung, weil zwei Wochen davon durch extreme Hitze geprägt waren. Bei Temperaturen nahe 40 °C wäre hartes Training kein Zeichen von Disziplin gewesen, sondern eher unnötiger Overkill.

Der Fokus lag deshalb auf kontrollierter Basis, Formerhalt und sinnvoll dosierter Belastung. Keine erzwungene Trainingsserie, kein blindes Durchziehen, sondern Anpassung an Wetter, Alltag und Tagesform.

Gesamtüberblick

Zeitraum: 15.06.2026 bis 03.07.2026
Einheiten: 10× Ruderbank
Gesamtdistanz: ca. 110,58 km
Gesamtzeit: ca. 7:54 h
Gewichtete Durchschnittspace: ca. 2:08,7 / 500 m
Ø Leistung: ca. 175 W
Ø Herzfrequenz: ca. 138 bpm
Gesamt-Load: ca. 889

Damit war es trotz Hitzepause kein leerer Trainingsblock. Knapp 111 Kilometer Indoor-Rudern in knapp acht Stunden sind eine solide Grundlage – vor allem, wenn man berücksichtigt, dass der Großteil bewusst kontrolliert gefahren wurde.

Die 10 Einheiten im Überblick

Mo, 15.06. – 45:50 / 10,667 km
Ø Pace 2:06,8 / 500 m, Ø 176 W, Ø HF 142 bpm, max HF 177 bpm, TE 3,4 + anaerob 2,1, Load 120.
Eine relativ teure Basiseinheit mit deutlicheren Peaks. Nicht völlig aus dem Ruder, aber klar spürbar belastender als die folgenden Einheiten.

Di, 16.06. – 46:44 / 10,512 km
Ø Pace 2:08,7 / 500 m, Ø 165 W, Ø HF 132 bpm, max HF 141 bpm, TE 2,6, Load 48.
Saubere Dämpfungs- und Formerhaltungseinheit. Deutlich ruhiger, kontrollierter und effizienter.

Mi, 17.06. – 45:57 / 10,566 km
Ø Pace 2:08,1 / 500 m, Ø 167 W, Ø HF 132 bpm, max HF 142 bpm, TE 2,6, Load 46.
Stabil, kontrolliert und gut reguliert. Eine klassische Einheit, die Basis erhält, ohne unnötig zu belasten.

Do, 18.06. – 45:50 / 10,490 km
Ø Pace 2:09,1 / 500 m, Ø 163 W, Ø HF 131 bpm, max HF 143 bpm, TE 2,6, Load 46.
Sehr kontrollierte Entlastungsbasis. Nicht spektakulär, aber genau richtig für eine Woche, in der Belastung nicht künstlich hochgezogen werden sollte.

Mi, 24.06. – 45:48,9 / 10,730 km
Ø Pace 2:06,1 / 500 m, Ø 175 W, Ø HF 136 bpm, max HF 148 bpm, TE 3,0, Load 62.
Guter Wiedereinstieg nach der Hitzepause. Wieder kräftiger, aber weiterhin sauber im kontrollierten Bereich.

Do, 25.06. – 45:27 / 10,384 km
Ø Pace 2:10,4 / 500 m, Ø 159 W, Ø HF 130 bpm, max HF 145 bpm, TE 2,5, Load 41.
Bewusst leichter gefahren. Eine sinnvolle Einheit vor dem Wochenende: Bewegung, Erhalt, aber keine unnötige Vorermüdung.

Mo, 29.06. – 46:36,8 / 10,743 km
Ø Pace 2:06,1 / 500 m, Ø 176 W, Ø HF ca. 136–137 bpm, max HF 151 bpm, TE 3,1, Load 69.
Solide Basiseinheit nach dem Wochenende. Wieder mehr Druck, aber noch nicht überzogen.

Di, 30.06. – 45:26 / 10,823 km
Ø Pace 2:05,0 / 500 m, Ø 180 W, Ø HF 133 bpm, max HF 145 bpm, TE 2,7, Load 50.
Die effizienteste Einheit des Blocks. 180 W bei einer Ø HF von nur 133 bpm und einem Load von 50 sind ein sehr gutes Verhältnis aus Leistung und Belastung.

Mi, 01.07. – 45:48,7 / 10,620 km
Ø Pace 2:07,5 / 500 m, Ø 170 W, Ø HF 133 bpm, max HF 142 bpm, TE 2,6, Load 47.
Kontrollierte Konsolidierung. Keine Spitzen, keine unnötige Härte, sondern eine saubere Einheit zur Stabilisierung.

Fr, 03.07. – ca. 60:48 / 15,049 km
Ø Pace 1:59,8 / 500 m, Ø 205 W, Ø HF 169 bpm, max HF 193 bpm, TE 5,0 + anaerob 2,2, Load 360.
Der klare Hochlastreiz des gesamten Blocks. 15,049 km in rund 60 Minuten bei 205 W sind eine deutlich andere Kategorie als die übrigen Einheiten. Das war keine Basisarbeit mehr, sondern ein gezielt gesetzter Belastungsreiz auf wettkampfnäherem Niveau.

Basisphase ohne Hochlastreiz

Nimmt man die harte Einheit vom 03.07. heraus, sieht die eigentliche Basisphase sehr klar aus:

9 Einheiten
95,54 km
ca. 6:53 h Gesamtzeit
Ø Leistung: ca. 170 W
Ø Herzfrequenz: ca. 134 bpm
Load: 529

Das zeigt ziemlich deutlich, worum es in diesem Block überwiegend ging: kontrollierte, stabile Basis- und Formerhaltarbeit. Der Körper bekam regelmäßig Reiz, aber ohne dauerhaft in hohe Belastung gedrückt zu werden.

Gerade bei Hitze ist das wichtig. Training muss nicht immer maximal sein, um wirksam zu sein. Manchmal ist die bessere Entscheidung, bewusst niedriger zu fahren, Einheiten auszulassen oder erst dann wieder mehr Druck zu setzen, wenn die Rahmenbedingungen passen.

Der Ausreißer nach oben

Die Einheit vom 03.07. war der einzige echte Ausreißer nach oben – aber ein bewusst gesetzter.

Mit 15,049 km, einer Pace von 1:59,8 / 500 m, 205 W im Schnitt und einem Load von 360 war das ein massiver Trainingsreiz. Diese Einheit hat den Gesamtblock statistisch deutlich nach oben gezogen.

Wichtig ist für mich dabei die Einordnung: Das war kein zufälliges Entgleisen, sondern ein gezielter Hochlastreiz nach einer überwiegend kontrollierten Phase. Genau so ergibt die Belastung Sinn. Nicht jeden Tag hart, nicht dauerhaft gegen den Körper arbeiten, sondern den richtigen Zeitpunkt für eine starke Einheit wählen.

Effizienz und Leistung

Die stärkste Effizienz-Einheit war für mich der 30.06.

180 W bei einer durchschnittlichen Herzfrequenz von 133 bpm und einem Load von nur 50 zeigen ein sehr gutes Verhältnis von Leistung zu innerer Belastung. Solche Einheiten sind oft weniger spektakulär als Hochlasttage, aber trainingspraktisch enorm wertvoll.

Die stärkste Leistungseinheit war eindeutig der 03.07.

15,049 km in rund einer Stunde, 205 W im Schnitt und ein Training Effect von 5,0 markieren den klaren Peak dieses Blocks. Das war kein Alltagstraining, sondern ein deutlicher Reiz nach oben.

Fazit

Dieser Trainingsblock war auf dem Papier nicht maximal umfangreich, aber sinnvoll gesteuert.

10 Einheiten, rund 110,58 km und knapp acht Stunden auf der Ruderbank sind solide. Noch wichtiger ist aber die Struktur dahinter: viel kontrollierte Basisarbeit, bewusste Zurückhaltung während der Hitzephase und ein einzelner, klar gesetzter Hochlastreiz am Ende.

Für mich ist genau das der Punkt: Training muss nicht immer nach „mehr“ aussehen. Manchmal ist gutes Training vor allem die Fähigkeit, rechtzeitig zu dämpfen, Hitze ernst zu nehmen und trotzdem den Faden nicht zu verlieren.

Dieser Block war deshalb kein Trainingsloch, sondern eine kontrollierte Phase mit einem starken Abschluss.